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MC-Heilbronn
   
 

­ Image Callaway Competition                                             

 

PRESSEMITTEILUNG Leingarten, 15. August 2019

 

  1. Lauf ADAC GT Masters 2019

TITELKAMPF AM NÜRBURGRING: CALLAWAY BEREIT FÜR DEN ENDSPURT

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Mit dem fünften Lauf des ADAC GT Masters auf dem legendären Nürburgring (D) startet die entscheidende Phase der Saison. Callaway Competition will mit seinen beiden Corvette-Piloten Markus Pommer und Marvin Kirchhöfer auf dem Kurs in der Eifel erneut angreifen und den Abstand zum Tabellenführer verkürzen.

Keine Pause im Kampf um den Titel: Nur knapp eine Woche nach dem Ritt durch die Dünen im niederländischen Zandvoort steht am kommenden Wochenende (16.-18. August) auf dem Nürburgring der nächste Lauf des ADAC GT Masters auf dem Programm.

Trotz des durch Pech geprägten Rennwochenendes in Zandvoort bleibt Callaway Competition dem Gesamtführenden des hochkarätigen GT-Championats weiter dicht auf den Fersen. Als Gesamtzweite wollen Marvin Kirchhöfer (25/Luzern) und Markus Pommer (28/Neckarsulm) mit ihrer Corvette C7 GT3-R in der Eifel den Abstand nach oben wieder verkürzen und den Traum vom Titel weiter leben zu lassen.

Der fünfte Lauf der „Liga der Supersportwagen“ läutet auf dem Nürburgring die heiße Phase im Titelkampf ein und die Mannschaft um Teamchef Mike Gramke ist bereit für den bevorstehenden Endspurt. Ein punktloses Wochenende wie zuletzt in Zandvoort will man auf dem 3.629 Kilometer langen Kurs mit aller Macht verhindern.

Auch am Nürburgring ist Callaway nach zwölf Jahren beim ADAC GT Masters mit fünf Siegen das erfolgreichste Team. Zwar liegt der letzte Sieg fünf Jahre zurück (damals noch mit der C06.R GT3), doch am kommenden Wochenende will man wieder voll attackieren und die Spitzenreiter jagen.

RTL Corvette

Callaway-Corvette mit RTL-Logo am Nürburgring

www.sportwagen-club.org/charity Bild: Stephan Hamacher / Motorsport-Karriere.de

 

Wenn am kommenden Wochenende das ADAC GT Masters auf dem Nürburgring seinen fünften Saisonlauf austrägt, werden auf der Motorhaube der Corvette mit der Startnummer #77 die drei farbenfrohe Buchstaben des Kölner Privatsenders RTL zusehen sein.

Hierbei handelt es sich nicht etwa um einen neuen Sponsor des Corvette-Teams, sondern um die Fortsetzung der Charity-Projekte des Sportwagen Clubs aus Leipzig, der sich schon bei den vorangegangenen Veranstaltungen des ADAC GT Masters für gemeinnützige Projekte engagiert hat.

Mit dem nächsten Projekt startet der Sportwagen Club die wohl größte Spendenaktion der Saison. Bereits im Vorfeld wurde eine stolze Summe in Höhe von 42.000 Euro eingenommen, welche nachhaltig zugunsten notleidender Kinder in Deutschland und der ganzen Welt gehen. Hierbei hat man die Stiftung „RTL-Wir helfen Kindern e.V.“ ausgewählt.

Da der Nürburgring nur 100 Kilometer von Köln entfernt liegt, wird man am kommenden Wochenende wohl auch den ein oder anderen prominenten Gast, welcher das Projekt zusätzlich begleitet, im Fahrerlager antreffen.

Die bisherige Spendensumme will der Sportwagen Club natürlich noch erhöhen und beim RTL-Spendenmarathon im November bekanntgeben. Wer mithelfen und spenden möchte, kann sich auf der Website des Sportwagen Clubs darüber informieren.

„Es wird ein enges und spannendes Wochenende auf dem Nürburgring geben. Ich denke es gibt keine Strecke, wo alle so viel Erfahrung haben wie dort. Wo wir mit unserer Corvette liegen, werden wir frühestens im Qualifying sehen. Ich bin optimistisch, auch wenn wir erneut kein leichtes Spiel haben werden. Unser Ziel ist es möglichst weit in die Punkteränge zu fahren und bestenfalls vor den Tabellenführern zu landen.“  Marvin Kirchhöfer (Luzern)

„Für die beiden Rennen auf dem Nürburgring wäre es schon von Vorteil, wenn wir weniger Pech hätten als in Zandvoort. Es lief für uns zuletzt nicht wirklich perfekt, aber ich glaube, dass wir dort auf dem Nürburgring wieder ein Wort um die vorderen Plätze mitreden können. Das ganze Team ist hochmotiviert und lässt sich auch nach solchen Wochenenden wie in Zandvoort nicht aus dem Konzept bringen, was mich auch optimistisch stimmt." Markus Pommer (Heilbronn)


 

 

4.Lauf zur Deutschen Rallye Meisterschaft in Sulingen mit 60 Teams aus 6 Nationen

 

René Noller fliegt auch im hohen Norden zum Ziel

Noller, René 2019-08-17_19- 8_w.jpgDer nördlichste Lauf zur Deutschen Rallye Meisterschaft 2019 fand Rund um die Sulinger Bärenklaue statt, wo 60 Teams aus 6 Nationen die Hatz über 13 René NollerWertungsprüfungen an 2 Rallyetagen auf sich nahmen. Mit seinen gerade erst 17 Jahren war Rene´ Noller aus Abstatt der jüngste Fahrer im Feld.

Mit seinem Beifahrer Matthias Weber (Grafenau) meisterte der junge Nachwuchsfahrer vom MC Heilbronn auch diesmal alle Wertungskilometer im 142 PS starken Opel Adam Cup. Probleme gab es nur auf der 25 Km langen, berüchtigten Sprintprüfung im IVG Wald. Rund 5 KM vor dem Ziel riss die rechte Antriebswelle ab, sodass sich Noller nur in langsamer Fahrt ins Ziel und mit über einer Minute Zeitverlust in den Service retten konnte. Dort konnte das Highspeed Racing Team schnell genug die Welle wechseln, sodass Noller/Weber weiter im Rennen blieben.

Mit der 4. Zeit in der Powerstage WP12 holten die beiden sogar noch 2 Zusatzpunkte für den ADAC Rallye Cup und kamen dort am Ende, wie schon in Stemwede, auf Platz 8 ins Ziel. Den Sieg holte das Belgische Profiteam Munster/ Luoka, die weiter vor dem Finnen Piettarinen die Cup Gesamtwertung anführen.

Der nächste Lauf findet nun erst Anfang Oktober im Erzgebirge statt, bevor es dann zum Finale, der 3‑Städte Rallye nach Ostbayern geht.
(Rainer Noller)

 

Foto: Rainer Noller

 


 

 

Rückblick vom 4. und 5. Lauf der VLN-Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring und der legendären Nordschleife – zwei MCH-Racer in bestechender Form machen Schlagzeilen

Patrick Assenheimer brilliert mit zwei Gesamtsiegen

Yannick Fübrich übernimmt die VLN-Tabellenführung

Die Schlussphase beim 4. Lauf der VLN Langstreckenmeisterschaft am 13. Juli in der Eifel war nichts für schwache Nerven. Die finale Entscheidung fiel erst auf den letzten Metern nach heftigen Rad an Rad Duellen inclusive einiger Berührungen zwischen zwei Mercedes AMG GT3 Boliden. Mit lediglich 2,023 Sekunden Vorsprung – nach einer harten Vier-Stunden-Hatz - erkämpfte sich das von Black Falcon eingesetzte Team AutoArenA Motorsport aus Obereisesheim schlussendlich den Gesamtsieg mit dem Fahrerduo Patrick Assenheimer (Lehrensteinsfeld) und Manuel Metzger. Marek Böckmann und Philip Ellis im Getspeed Performance Mercedes verwiesen als zweite das von der Pole Position gestartete Trio Christian Krognes/David Pittard/Jody Fannin im BMW M6 GT3 vom Team Walkenhorst auf den dritten Gesamtrang.

Patrick Assenheimer 

Patrick Assenheimer im Black Falcon-AutoArenA Mercedes AMG GT3

148 Fahrzeuge sorgten einmal mehr für eine turbulente Startphase. Patrick Assenheimer legte mit viel Vernunft hier den Grundstein für seinen zweiten Gesamtsieg. Ohne Risiko einzugehen bog der Lehrensteinsfelder als fünfter auf die Nordschleife ab – „die zwei verlorenen Plätze nach Startplatz drei taten nicht weh, ab dann habe ich permanent gepusht“ erklärt Assenheimer. Eine Schrecksekunde hatte der AutoArenA Mercedes AMG GT3 allerdings in der ersten Runde noch zu überstehen, die leichte Kollision mit einem Lamborghini Huracan blieb für Patrick und seinen Boliden aber folgenlos. Dessen fehlerfreier und schneller Doppelstint erwies sich als optimale Taktik. Assenheimer übergab nach einer fahrerischen Glanzvorstellung den 550 PS starken Mercedes auf Position eins an seinen Partner Manuel Metzger. Der Nordschleifenkenner musste dann aber mit allen erdenklichen, jedoch immer fairen Mitteln um den Sieg kämpfen. „Eineinhalb Stunden die Führung zu verteidigen war extrem hart für Manuel. Mit dem Gesamtsieg haben wir uns den Frust über das Pech beim 24-Stunden-Rennen von der Seele gefahren – Danke an das Black Falcon Team für das perfekte Auto“, so das Resümee vom überglücklichen Patrick Assenheimer bei der Siegerehrung.

Für einen Wechsel an der Spitze der VLN-Gesamtwertung sorgte MCH-Racer Nummer zwei, Yannick Fübrich aus Nordheim. Zusammen mit seinem österreichischen Partner David Griessner fuhr Fübrich den dritten Sieg in Folge in der Cup 5 Klasse heraus. Hier waren 17 identische BMW M240i Racing Cup gestartet. Der vom Pixum Team Adrenalin Motorsport eingesetzte, 340 PS starke Hecktriebler von Fübrich und Griessner mit einem neuen „Outfit“ beim vierten Lauf. „Die für Fahrzeugtechnik, Folientechnik und Chiptuning zuständige CFN Group aus Frauenzimmern prangt als neuer Hauptsponsor auf dem BMW und hat gleich für einen weiteren Schub gesorgt“ so Yannick Fübrich. Der 27jährige fuhr wie Assenheimer einen Doppelstint und übergab nach zwei schnellen Überholmanövern das Auto an Griessner. Der verteidigte die Führung abgeklärt vor den Dauerrivalen Nico Otto und Lars Peuckert im Team Honert-Scheid-BMW. Die Zielflagge sah das Topduo mit zehn Sekunden Vorsprung und durfte sich zudem über den 29. Gesamtrang freuen. Durch ihren dritten Sieg übernahmen die beiden BMW-Piloten Fübrich/Griessner auch die VLN-Tabellenspitze.

Yannick Fübrich

 Yannick Fübrich im neu designten BMW 240iRacing Cup

Drei Wochen später, der VLN-Saisonhöhepunkt steht an, das ROWE-Ruhr-Pokal-Rennen ist das einzigen im Kalender, das über eine Distanz von 6-Stunden geht. Riesenjubel hier erneut beim Lehrensteinsfelder Patrick Assenheimer - nach seinem Gesamtsieg vor drei Wochen triumphiert der Mercedespilot auch beim sechsstündigen Saisonhöhepunkt in der Eifel, diesmal zusammen mit dem ehemaligen DTM-Fahrer Maro Engel. Der 33jährige Wahlmonegasse hatte den vom Team Black Falcon eingesetzten AutoArenA Motorsport Mercedes AMG GT3 im verregneten Qualifying auf die Pole gestellt. Schwieriger Rennstart dann bei nasser Piste und von Beginn an wurde über die gesamte Langdistanz um jede Position gekämpft. 16 Runden – über je 24,433 Kilometer auf dem Nürburgring, der Kurzanbindung und der legendären Nordschleife – führten Assenheimer und Engel. 18 Runden hatte der Black Falcon Schwesterbolide mit den Fahrern Hubert Haupt, Adam Christodoulou und Luca Stolz die Nase ihres AMG GT3 vorn, sechs Runden führte der Phönix Audi R8 LMS mit dem Duo Vincent Kolb und Frank Stippler am Steuer das Feld aus 144 Fahrzeugen an. Assenheimer/Engel hatten beim Zieleinlauf 35,804 Sekunden Vorsprung mit dem 550 PS starken AutoArenA Mercedes auf den zweitplatzierten Black Falcon AMG GT3 der wiederum 36,717 Sekunden vor dem drittplatzierten Audi die Zielflagge sah. „Die Boxenstoppstrategie vom Team war genial, der Wechsel von Regenpneus auf profillose Slicks exakt zur rechten Zeit, die Rad an Rad Duelle und Überholmanöver mit dem Audi und unserem Schwestermercedes waren hart aber immer fair, ein richtig geiles Rennen“ resümiert Patrick Assenheimer. „Die Pole war wichtig für den Kopf, die letzten Rennrunden als Führende das Ergebnis eines perfekten Renntages“ fügt er hinzu. Der 27jährige hat derzeit einen Lauf. Zwei Gesamtsiege in Folge bei der VLN in der Eifel und dazwischen seine fahrerische Glanzleistung beim verregneten 24-Stunden GT3-Marathon in Spa. „Momentan passt alles perfekt, die Technik, die Taktik und meine Rennperformance“, erklärt ein hochzufriedener Patrick Assenheimer bei der Siegerehrung, die nach dem verregneten Start bei strahlendem Sonnenschein in der Eifel stattfand.

 Patrick Assenheimer und Maro Engel (v.r.)

 Patrick Assenheimer und Maro Engel auf dem obersten Gesamtsiegerpodestplatz

Jubel und Freude auch beim Nordheimer Yannick Fübrich. Durch seinen vierten Klassensieg konnte Fübrich zusammen mit seinem österreichischen Partner David Griessner die Tabellenführung der VLN auf 1,03 Zähler ausbauen. In deren Cup 5 Klasse waren erneut 17 identische BMW 240 i Racing Cup mit den 340 PS starken Sechszylindern angetreten. Fübrich/Griessner gelang ein klassischer Start-Ziel-Sieg, nachdem der Nordheimer den Dreiliter-Turbo-BMW auf die Pole im Qualifying gestellt hatte. „Wir haben schon nach der zweiten Runde auf Slicks gewechselt, ab dann konnte ich mich langsam aber kontinuierlich nach vorne absetzten“ erzählt Yannick Fübrich. 30,972 Sekunden betrug der Vorsprung von Fübrich/Griessner im Ziel, die schnellste Rennrunde der 17 Konkurrenten wurde zusätzlich herausgefahren. Deren Pixum Team Adrenalin Motorsport beeindruckte ebenfalls bei den Boxenstopps mit Schnelligkeit und Perfektion. Nur der zweitplatzierte Sorg-Rennsport BMW sowie der als dritter abgewunkene Team Honert-Scheid-BMW waren in einer Runde unterwegs, das Spitzentrio einmal mehr in einer eigenen Liga in der Eifel, nun darf sich Yannick Fübrich berechtigte Hoffnungen auf den VLN-Titel 2019 machen.

   Wilfried Ruoff  

 


 

Jürgen Bender - am Ende 2 Klassensiege

Jürgen BenderJürgen Bender war ganz vorne, aber dann kam Hermann Speck näher. "Meine Bremse ließ wenige Runden vor Rennende stark nach", so Bender achselzuckend. Seine zum Greifen nahe Gesamtsiege in der P9-Challenge und STT-Serie gerieten in Gefahr.

Zuerst kam der Führende der STT, Ulrich Becker (Porsche GT3) näher und ging vorbei. Danach kam auch P9-Frontmann Hermann Speck (Porsche GT3 R)  ran und vorbei.

"Nach dem Start konnte ich die Führung Feld der GT-Frontrunner von STT und der P9 sofort  übernehmen", so Jürgen Bender.

Wir blenden zurück. Nach einem unbefriedigenden ersten Rennlauf hatte Team Mintgen-Motorsport die GT3-Corvette auf Benders Wunsch härter abgestimmt. Dazu verlangte der Fahrer frische Reifen. Danach konnte Jürgen Bender in Rennen 2 vom Start weg schnell 3 sec Vorsprung heraus fahren.

Schon sah alles danach aus, das Callaway-Corvette Pilot Bender aus Neckarsulm am Lausitzring einem Doppelerfolg in der P9-Challenge sowie STT-Serie entgegen fahren würde.

Bender dachte dabei wohl an seinen allerersten P9-Erfolg von 2014 am Lausitzring und an das grandiose Finale der P9+STT am Nürburgring vom Oktober 2018. Auch damals wurde ebenfalls gemeinsam gestartet. Die Manager beider Serien, Rolf Krepschik und Bernhard "Jo" Fischer wiederholten das Rennkonzept nun am Lausitzring. 2018 konnte Bender alle 4 Rennen (2 X P9 + 2 X STT) klar gewinnen.

Leider lief es diesmal nicht so für Bender als vom Erfolg verwöhntes Mitglied des Heilbronner Motorsport Clubs (MCH). Ein Bruch an dem Bremsbelag, wie es sich später herausstellte, verhinderte den erneuten Bender-Doppelsieg. Zieleinlauf am Ende Hermann Speck (Porsche), Jürgen Bender (Corvette) und Martin Lechmann (Lamborghini). Jürgen Bender fehlten zum Gesamtsieg im Ziel nicht einmal 3/10 sec. auf Hermann Speck. Unglaublich!  HTS

 


 

Klaus & Andreas Häberle bei der Heidelberg Historic 2019

Klaus und Andreas Häberle„Ich möchte einmal die Heidelberg Historic fahren; mit „dem“ Mercedes…“, so war die Antwort von Klaus Häberle auf die Frage, was er sich zu seinem 70. Geburtstag wünscht. „Der“ Mercedes ist ein ehemaliger 1976 werkseitig aufgebauter W123 280E. Einer von sechs Stück, von denen noch zwei existent sind (der Andere steht im MB Museum). Das Fahrzeug fuhr u. a. die London Sydney 1977, eine 40tägige Rallye durch 10 Länder in Südamerika sowie mehrmalig die Tour d‘Europe. Das Fahrzeug gehörte langjährig dem legendären MB-Werksfahrer Alfred Kling, mit dem Klaus Häberle 1979 die Tour d‘Europe gefahren ist; 12 Tage bzw. 10.000km bis nach Marokko. Und nun, so der Plan, werden wir damit die Heidelberg Historic bestreiten. Es war Februar und daher Eile geboten, da die HH fast ausgebucht war und der jetzige Besitzer noch gefragt werden muss, ob er das fahrende Unikat dafür bereitstellt. Letzteres war nach 3 Tagen überraschend vom Tisch, danach haben wir sofort die Nennung abgegeben. Um es in der heutigen Jugendsprache zu sagen: Alter, wir sind dabei. Unser bis dato größtes Oldtimerabendteuer kann kommen.  

Es folgen Training mit den Vorjahrsbordbuch, Mercedes in Stuttgart holen, Pressetermin in Karlsruhe, Fotoshooting in den Erlenbacher Weinbergen, Testfahrten etc.; ich glaube wir sind soweit…

186 Fahrzeuge sind gemeldet, wir starten mit der Nr. 186 in der Sonderklasse für historische Rallyefahrzeuge. Technische Abnahme und „come tougether“ am Donnerstagabend in Sinsheim am Technik Museum. Ich sitze am Tisch und arbeite manuell meine WP Zeiten aus und beobachte dabei, wie alle anderen mit I-Pad`s einen ganz anderen Weg gehen. Mit wird so langsam bewusst, in welcher Welt ich da wohl gelandet bin. Das ist hier eine andere Nummer wie sonst. Einen vorderen Wertungsplatz schließe ich somit aus, da können wir mit „manuellen Methoden“ schlecht gegenhalten. Etikette hin oder her, wir werden auf unsere eigene Art und Weise unseren Spaß dabei haben. Wir sind hier sowas wie Exoten, mit einem exotisch auffälligen Auto, das ordentlich brüllt und mir noch anderweitig Probleme bereiten wird.

Start für uns am Freitag entspannt so kurz nach 10 Uhr, von Sinsheim geht`s hinaus in die Nordbadische Taiga. Die erste WP versemmeln wir mal gleich nach 100 Meter um satte 4 Sekunden…einen 3-Fach Tusch bitte. Die getauschten Aufgaben im Fahrzeug (diesmal fährt mein Vater Klaus und ich versuche als Beifahrer einen kühlen Kopf zu bewahren) funktionieren jedoch einwandfrei; es ist ja schließlich sein Geburtstagsgeschenk und ich möchte Das nicht versemmeln – so gesehen ist es mir eine Ehre hier dabei sein zu dürfen.

Nach ca. 1 Stunde Fahrzeit finde ich es bedenklich, dass sich der ungedämmte Beifahrerfußraum bedrohlich aufheizt. Meine Schuhe stehen auf blankem Blech, dahinter ist der heiße Abgasstrang, und das schwäbische Viech braucht Drehzahl. Mein Smartphone überhitzt, meine Turnschuhe auch, und meine Beine haben sich stark aufgewärmt (ich bin zwar noch kein alter Sack, aber auf dem Weg dorthin). Wir haben noch 9 Stunden bzw. 270 km vor uns und ich könnte hier im Fußraum eine Mahlzeit bruzzeln. Zum meinem Erstaunen halten meine Turnschuhe das aus ohne sich aufzulösen, aber es ist schon eine Quälerei hier. Für den Samstag lege ich mir ein Holzbrett in den Fußraum, welches auch dann die Hitze einigermaßen dämmt.

Wir fahren über eine Kartbahn, nehmen den weltberühmten Hockenheimring mit (66er Schnitt/Drehzahl/heißer Fußraum/kochende Schuhsohlen), fahren mit dem Benz zum Benz nach Ladenburg und in die Altstadt nach Heidelberg (logo, ist ja auch die Heidelberg Historic). Vorkriegsklassiker hin oder her, ich behaupte mal das ca. 10 Fahrzeuge bei der Rallye so richtig auffällig sind, und einer davon ist unsere fahrende Sauna. Wir sind im Element, die zahlreichen Moderatoren auf der Rallye überschlagen sich, wenn sie uns vorstellen, und die Leute jubeln uns am Straßenrand dabei zu. Aus der Sicht wird uns die Wertung immer relativer, bei dem Gewitter hier. Apropos, ich begrüße die zahlreichen Regengüsse unterwegs, da die Feuchtigkeit meinen Fußraum „ein wenig“ runterkühlt, zumindest glaube ich das, um die Motivation oben zu halten.

Tageshöhepunkt war dann der Innenstadtkurs in Spechbach, der bekannt dafür ist. Wer es nicht kennt; du gibst Autogramme, Kinder gehen vor dir auf die Knie, er herrscht Volksfeststimmung, der ganze Ort steht für dich Spalier. Und in unserem Fall kommt dazu, dass die 30 Autos vor uns alle langweilig sind. Der Moderator fällt dir fast ins Auto, bevor du die Rakete hoch lassen kannst und die Startfreigabe für den Ritt durch die engen Straßen bekommst. Und was macht mein Vater hinterm Steuer? Ihn sticht der Hafer und ist der Meinung, wir müssen den Zuschauern was bieten. Er zeigt mir und den jubelnden Zuschauern, was ein alter Hase noch so drauf hat. Wir fliegen durch die Gassen, in den Ecken auch quer. Das schwäbische Orchester brüllt „Nessun dorma“ gegen die Hauswände, hoffe, dass nichts dabei zu Bruch geht (was es auch nicht tut). Ich sitze daneben, werde wohl grad von Außenstehenden beneidet und versuche, mit Blick in mein Bordbuch die richtigen Ansagen zu setzen. In den beiden Rechtskehren stehen im Abstand von 2 m je 4-5 Fotografen und halten voll auf mich zu. Das ist hier wie auf einem Rammstein Konzert. Eine Welle, die sich am Samstag noch verstärken sollte. Zwei Minuten später von Spechbach sind wir wieder außerhalb von diesem Hexenkessel und fahren materialschonend einsam auf einer Landstraße dem nächsten Regenguss entgegen.

Abends gegen 20 Uhr sind wir wieder in Sinsheim und gönnen uns noch ein Abendessen mit der Teilnehmergesellschaft. Da wir „Heimschläfer“ sind lassen wir den Mercedes in Sinsheim und fahren die 30km nach zum Übernachten nach Heilbronn. Gott, wie freue ich mich auf mein Holzbrett morgen im Fußraum.

Für den zweiten Tag „modifiziere“ ich unser schwäbisches Einsatzgerät (Holzbrett), bevor wir gegen 9:45 Uhr am Re-Start losfahren. Das Wetter ist phasenweise wieder verregnet, das ist gut, dann rutscht die Fuhre mit den Safarireifen in den Kurven besser…

Der erste Höhepunkt in Form einer WP dann eine gesperrte Bergstraße mit 3 Zeitnahmen. Er geht bergauf, enge Kehren, kein Gegenverkehr und, gut zum Querfahren, die Straße ist nass. Leider hat`s hier keine Zuschauer, was der Stimmung im Fahrzeug keinen Abbruch tut. Und ach ja, das Holzbrett – ist mir heute wichtiger als das Essen, eine Offenbarung. Mein Vater lässt das schwäbische fahrende Unikat fliegen, und wie was die Frage mit dem schlechten Beifahrer nochmal…

Wir sind dann irgendwann bei Walldürn, eine WP auf gesperrten Landwirtschaftswegen steht an, in Form eines Dreieckskurses, zwei Mal 90° rechts sowie ein Mal 180° rechts. Mein fahrender Vater hat sich jetzt endgültig in die 70er zurückkatapultiert und erhöht die zu fahrende Durchschnitts - km/h um das dreifache!!! Wir fliegen mit 140 auf die erste Rechtskehre zu (die in 100m kommt), Gänge runter und rum mit dem Ding. Das wiederholt sich solange, bis die WP komplett durchfahren ist. Meine Gedanken drehen sich währenddessen um folgende Dinge: Zeitnahme und Lichtschranke ansagen, er weiß hoffentlich was er tut, Bordbuch festhalten, hoffentlich geht nichts zu Bruch, mehr Zuschauer wären hier besser, da vorne kommt die Lichtschranke, Schöne Bäume hat`s am Wegesrand, immer Locker bleiben….

So, stopp. 9 von 10 Beifahrer bekommen hier jetzt eine Panikattacke oder übergeben sich am Wegesrand oder in den Fußraum, ich muss wohl einer der 10. sein der denkt – ok, Bordbuch umblättern und weiter geht’s. Er hatte seinen Spaß, ich Meinen auch. Ach ja, woran definiert man eigentlich einen schlechten Beifahrer…?

Bei der Mittagspause am Audi Forum in Neckarsulm steht die ganze Familie Spalier, um uns zu empfangen, schöne Geste. Die letzte Etappe führt uns über das Zabergäu zurück nach Sinsheim. Überall wo wir durchkommen, vor allen bei den Moderatorenplätzen, aber auch in den abgelegenen Hinterhöfen stehen Menschen am Straßenrand und jubeln uns zu. So macht das Ganze Spaß. Unglaublich, die Begeisterung für das rollende Museum.

Den Rallyeabend in Sinsheim verlassen wir kurz nach dem Essen, noch vor der Siegerehrung (ja, sollte man nicht tun). In der Gruppe haben wir den 7. Rang belegt, im Gesamtklassement haben wir uns auf Platz 114. wiedergefunden. Schade, das „sideways „ und „show“ nicht bewertet wurden. Ob wir was gewonnen haben weiß ich bis heute nicht. Egal, wir waren dabei, mit der brüllenden, fahrenden Sauna aus dem Hause Mercedes.

Andreas Häberle    

 

 


 

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