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Das Rennen: Nur neuneinhalb statt 24 Stunden. Der Langstrecken-Klassiker in der Eifel endet auch ohne Happy End für den Lehrensteinsfelder Patrick Assenheimer

07.06.2021

Vom Redakteur der Heilbronner Stimme Dominik Knobloch

Nach dem Restart am Sonntag konnte Patrick Assenheimer zwischenzeitlich immerhin auf den achten Platz vorfahren. Sein Teamkollege Hubert Haupt schlug später mit dem Mercedes-AMG GT3 aber gleich zweimal in die Streckenbegrenzung ein
Nach dem Restart am Sonntag konnte Patrick Assenheimer zwischenzeitlich immerhin auf den achten Platz vorfahren. Sein Teamkollege Hubert Haupt schlug später mit dem Mercedes-AMG GT3 aber gleich zweimal in die Streckenbegrenzung ein

Mit einem Schlag war Schluss. "I crasht, I crasht", meldete Hubert Haupt nach seinem finalen Fehler per Funk. Der Teamchef selbst setzte der Unglücksfahrt des Mercedes-AMG GT3 mit dem markanten weißem Tiger auf der Motorhaube und der Nummer sechs auf den Türen nach 46 Runden im Reifenstapel ein vorzeitiges Ende. Auf Position 20 liegend war der Zahn für das HRT-Quartett um den Lehrensteinsfelder Patrick Assenheimer bei einen turbulenten 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring aber schon früher gezogen. Trotz einer historisch langen Unterbrechung von 14 Stunden und 29 Minuten wegen dichtem Nebel, die Haupt, Assenheimer, Nico Bastian und Maro Engel gestern noch einmal leise Hoffnung auf den anvisierten Podiumsplatz beim Klassiker in der Eifel gemacht hatte.

Nach dem Restart zwischenzeitlich auf Platz acht
Auf dem Podest standen letztlich andere. Matteo Cairoli, Michael Christensen, Kevin Estre und Lars Kern vom Porsche Werksteam Manthey Racing holten sich mit ihrem 911 GT3 R den Gesamtsieg. Platz zwei belegten die Titelverteidiger von Rowe-Racing mit Martin Tomczyk, Marco Wittmann, Connor de Phillippi und Sheldon van der Linde. Sie lagen in einem BMW M6 GT3 am Ende nur 8,817 Sekunden zurück. Dritte wurden Maximilian Götz, Daniel Juncadella, Raffaele Marciello und Fabian Schiller im GetSpeed-Mercedes.

"Wir waren konkurrenzfähig. Ich habe mich mit den den beiden GetSpeed duelliert und einer ist am Ende Dritter geworden - das heißt, es hätte am Ende schon nochmal eng werden können, wir hätten schon nochmal was reißen können. Aber Hätte, Wenn und Aber - leider hat mein Kollege das Auto zweimal verloren, ist mit Highspeed abgeflogen", sagte Patrick Assenheimer. Der 29-Jährige war nach dem Restart als zweiter Fahrer zwischenzeitlich wieder bis auf den achten Platz vorgefahren. Doch Hubert Haupt schaffte es nach dem Wechsel nicht zum erhofften Happy End für sein Team.

Eine strategische Fehlentscheidung
Das Unglück hatte aber direkt beim Start seinen Lauf genommen. Trotz dem manierlichen fünften Ausgangsplatz. "Wir haben leider eine strategische Fehlentscheidung getroffen", gestand Assenheimer. "Nach der Formationsrunde ist unser Startfahrer Maro Engel in Absprache mit dem Ingenieur wieder reingekommen, um auf Regenreifen zu wechseln. Es war sehr feucht und es war auch mehr Regen für die nächsten Minuten angesagt - der kam aber erst eine halbe Stunde später. Dann waren wir erstmal knapp vier Minuten weg vom Feld."

Kaum noch Durchblick: Bei dichtem Nebel auf der Nordschleife wurde das Rennen am Samstagabend immer gefährlicher. Sechs Stunden nach dem Beginn sah sich die Rennleitung gezwungen, zu unterbrechen.  Fotos: dpa
Kaum noch Durchblick: Bei dichtem Nebel auf der Nordschleife wurde das Rennen am Samstagabend immer gefährlicher. Sechs Stunden nach dem Beginn sah sich die Rennleitung gezwungen, zu unterbrechen.
Fotos: dpa

Ungewohnt ruhige Nacht
Weg war auch irgendwann die Sicht. Patrick Assenheimer kam am Samstag gar nicht zum Einsatz. Dichter Nebel machte sich auf der Nordschleife breit, nach sechs Stunden musste die Rennleitung aus Sicherheitsgründen unterbrechen. Bei der 49. Auflage des Langstrecken-Klassikerin der Eifel sollte so lange gestoppt werden wie noch nie zuvor in der Geschichte. Assenheimer und Co. gingen als 13. in die ungewohnt ruhige Nacht, ehe es sonntags erst um 12 Uhr weitergehen konnte.

"Ich wäre theoretisch ins Auto gegangen, kurz bevor der Abbruch kam", sagte der Lehrensteinsfelder: "Ich hatte ohne einen Meter zu fahren erstmal eine erholsame Nacht - unfreiwillig." Beim Restart herrschte dann Zuversicht: "Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und weil der Speed ja da war, haben wir schon gehofft, dass wir Richtung Top 5 gehen können. Unser Schwesterauto war ja ganz vorne mit dabei."

Als der Mercedes-AMG GT3 mit der Nummer vier im markanten gelb-blauen Bilstein-Design sich später selbstverschuldet aus dem Rennen nahm, fluchte HRT-Teamchef Hubert Haupt noch in die TV-Kamera von RTL Nitro über die Fahrfehler. Und machte es danach selbst nicht besser, als er in den Wagen gestiegen war. Für Patrick Assenheimer galt nach der langen Pause und dem vorzeitigen Ende: "Mund abwischen - weiter geht"s."

Der Brackenheimer Yannick Fübrich fuhr auf einem BMW 330i G20 in der Klasse V2T zusammen mit Jacob Erlbacher, Marvin Kobus und Philipp Leisen auf den dritten von zehn Klassenplätzen und wurde damit manierlicher 59. der Gesamtwertung.

Quelle: Heilbronner Stimme vom 07.06.2021