Aktuelles

Der Heilbronner Rennfahrer fühlt sich nach den ersten Tests bereit für seine ELMS-Premiere in Barcelona. Pommer tritt bei den Ambitionen aber auf die Bremse

15.04.2021

Vom Redakteur der Heilbronner Stimme Dominik Knobloch

Der Schnellste sein - das ist es, was letztlich alle Rennfahrer wollen. Markus Pommer hat daraus nie ein Geheimnis gemacht. Gewinnen, das war in den vergangenen fünf GT-Masters-Jahren stets die offen kommunizierte Ambition des Heilbronners.

"Ich weiß, normal war der Anspruch immer, den Titel zu holen. Aber das ist jetzt ein ganz neues Abenteuer. Da muss ich mir realistische Ziele setzen", sagt der 30-Jährige vor seinem Saisondebüt in der European Le Mans Series (ELMS).

An diesem Sonntag startet Pommer im LMP2-Boliden Oreca 07 des britischen Teams BHK Motorsport in das Vier-Stunden-Rennen auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya. Es ist ein Start ins Ungewisse. "Das Ziel für das erste Rennen ist erstmal eine Top-Ten-Platzierung. Es ist alles schwierig zu sagen. Wie es über eine ganze Renndistanz wird, mit all dem Verkehr - es wird sicher nicht einfach", sagt der Neuling. Verstecken will sich Pommer im hochkarätigen Feld aber auch nicht.

Neues Feld: in der European Le Mans Series wartet auf den Heilbronner Markus Pommer geballte Konkurrenz.  Foto: Imago Images/Panoramic
Neues Feld: in der European Le Mans Series wartet auf den Heilbronner Markus Pommer geballte Konkurrenz.
Foto: Imago Images/Panoramic

Es läuft gut und wird immer besser
Zumal die ersten Probefahrten die Woche über verheißungsvoll verlaufen sind. "Das Auto ist extrem schnell - ich fand es aber gar nicht so schwer zu fahren. Die Zeit im Formel-Sport kommt mir wirklich zu Gute. Ich bin nach ein paar Runden gleich ziemlich gut klargekommen", sagt Markus Pommer zum Testtag am Dienstag. "Da konnte ich mich ziemlich gut aufs Auto einschießen. Wir haben auch ein paar Longruns und Fahrerwechsel getestet. Es läuft eigentlich ziemlich gut. Es wird besser und besser." Das erste Kennenlernen mit seinem neuen Dienstagwagen, den er sich mit den beiden Italienern Francesco Dracone und Sergio Campana teilt, war es nicht gewesen.

Erste Runden in der spanischen Abendsonne
Bereits montags durfte Pommer direkt nach der Anreise über die Schweiz und Italien noch einige Runden in der spanischen Abendsonne drehen. "Ich bin gleich am ersten Testtag erst ziemlich spät zum Fahren gekommen, weil das Auto noch fertig gemacht werden musste und es ein kleines Problem gab." Die allerersten Runden drehte Markus Pommer noch im Hellen. Später fuhr er dann am Ende noch die Nacht-Session eine halbe Stunde durch - "das war dann im Dunkeln mit einem so schnellen, neuen Auto extrem schwierig, ziemlich fordernd." Eine neue Herausforderung sind auch die Rahmenbedingungen wegen der Coronavirus-Pandemie. "Es hat aber bisher alles gut funktioniert", sagt Markus Pommer, der am Mittwochmittag sein negatives PCR-Testergebnis bekommen hat. "Für dir Rückreise brauche ich dann auch nochmal einen."

Pendeln zwischen Hotel und Rennstrecke
Dazwischen bewegt sich Pommer durchgängig mit Maske und einem Bändchen, das ihn als negativ getestet markiert, über den Circuit de Barcelona-Catalunya. "Wie es mit den Ausgangsbeschränkungen in Spanien ist, weiß ich gar nicht. Ich bewege mich eigentlich nur zwischen Rennstrecke und Hotel. Das war es auch schon." Kontakte gibt es kaum. Die Mannschaft von BHK Motorsport hat der Heilbronner dennoch kennen und schätzen gelernt: "Das Team ist gut drauf, motiviert - die Chemie passt."

Stimmen sollen schnellstmöglich auch die Ergebnisse. Die Ambitionen mögen für Markus Pommer zwar etwas andere sein. Das Maximale wird er aber dennoch wollen.

Quelle: Heilbronner Stimme vom 14.04.2021