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23.02.2021

Mit diesen beiden Zielen geht MCH-Pilot Jürgen Bender in die GT-Saison 2021. "Nun stehen die Termine alle fest. Die P9 und die STT haben Team Sportwagenschmiede und ich im Visier", so der Neckarsulmer Jürgen Bender. Der Diplomingenieur hat seine beiden Nennungen bereits abgegeben. 12 Termine sind 2021 im Kalender notiert. Dazu die eine oder andere Testfahrt in Hockenheim.

Er, der erste Champion der nicht auf einem Modell von Porsche in der P9-Challenge zum Titel fuhr, sondern auf einer neuen GT3 Corvette-C07 von Callaway-Competition in Heilbronn-Leingarten. Jürgen Bender, Marco Bayer, Ernst Wöhr und Giovanni Ciccone möchten den 2020 erkämpften P9-Challenge-Meistertitel auch 2021 wieder mit in die gemeinsame Heimat, ins Unterland nehmen.

Blenden wir zurück. "Wir hatten am Beginn der Saison 2020 noch deutliche Abstimmprobleme", so Bender beim Interview nachdenklich. "Das übliche eben, Reifen, Federn, Dämpfer, Trimmlage und Aerodynamik mussten aufeinander abgestimmt werden". Wird ein Modell von seinem Hersteller neu entwickelt, dann muss das Rennfahrzeug in Zusammenarbeit von Einsatzteam und dem Fahrer bei Testfahrten vor dem Auftakt der Saison sehr gewissenhaft abgestimmt werden. Beim "einschießen" auf eine neu entwickelte Technik ist es unumgänglich alle Variablen eines GT's voll auszureizen. "Wir blieben davon auch nicht verschont", so Bender lächelnd. Da muss man durch. "Die Suche nach einem perfekten Set-up war eine Zeit sehr gemischter Gefühle für Jürgen," so sein Renningenieur Marco Bayer. Seit Bayer und die Sportwagenschmiede wieder mit Bender arbeiten, da geht es deutlich und zügig voran. Die Erfolge kamen. Und das nicht nur in Form von Siegen. Die Corona-Zeit trieb den Saisonauftakt-2020 vor sich her. Verlässliche Termine - "Pustekuchen"... Die waren über Monate nie von sehr langer Dauer. Jürgen Bender gedachte nach einigen Siegen als Gaststarter, der erste bereits 2014, in der Saison 2020 um den P9-Titel zu kämpfen.

Diesem Ziel ging die heimische Crew, das sind Team Sportwagenschmiede aus Erlenbach und Jürgen Bender aus Neckarsulm, die Saison 2020 mit ganz großer Vorbereitung an. "Ernst Wöhr und sein Partner Giovanni Ciccone von Callaway-Competition waren mit im Boot", so "Ben", wie ihn die Freunde nennen.

Beim Beginn dieser ehrgeizigen Planung und dem Versuch eine neue Callaway Corvette C07 für den Einsatz vorzubereiten, war von Corona noch keine Rede. Zum Jahreswechsel 2019/2020 änderte sich das jedoch schlagartig. Das über den Winter 2019/2020 in Heilbronn produzierte Callaway-GT-Modell wurde später fertig als gedacht. Aber auch die Renntermine mussten mehrfach nach hinten verschoben werden. Ein Problem das wir nicht alleine hatten. Auch andere Wettbewerber traf das recht empfindlich. Erste Testfahrten kurz vor dem ersten P9-Weekend auf dem Grand Prix-Kurs von Hockenheim und dann auch gleich der Meisterschaftsauftakt am Lausitzring.

"Wir bekamen den Wagen anschließend von Woche zu Woche noch besser in den Griff", so Bender. Alles lief wirklich rund. Das Team schoss sich gut ein. Das Set-up konnte erheblich verbessert werden. Parallel liefen die Vorbereitungen der Werks-Corvette von Pommer/Schmidt (D/CH) bei Callaway-Competition. Das befruchtete beide Seiten deutlich. "Die neue Corvette bot gegenüber dem Vorgängermodell einige entscheidende Vorteile. Aber wie es so ist, und nicht nur im GT-Sport, die technischen Vorteile müssen in etlichen Testrunden mühevoll heraus gekitzelt werden", so Ernst Wöhr von Callaway.

Um es kurz zu machen. Jürgen Bender konnte alle 6 Läufe zur P9-Challenge 2020 gewinnen. Die Endurance nutzte er nur in einem Fall, quasi zu Testzwecken. Reifentests - oder auch was am Fahrwerk - aber das auch mit Erfolg. In der P9-Saison konnte Jürgen Bender das erreichen was 2019 Hermann Speck gelang. Bender fuhr sich zum Siegerkönig 2020 in der P9 empor. "Dazu der angestrebte Challenge-Titel. Nicht schlecht", grinste er in Brno (CZ) zufrieden.

Was die Saison aber deutlich werden ließ - neben den Titelgewinnern Callaway-Corvette und Porsche waren auch AMG und Lamborghini auf der "Gesamtsiegerstraße" erfolgreich. Dazu ist Gruhn-Motorsport nicht zu unterschätzen. Die equipe-vitesse, hpracing-international und Team Neumann machten Dampf und eroberten das Treppchen. Die Neumann-Crew will das mit einem Wechsel zu AMG erreichen. Gedränge ist 2021 vor dem Stockerl angesagt. Viele wollen ganz nach oben aufs Podest.

Gesamtsiege, das ist die eine Seite der Medaille. Die Titelkämpfe sind die andere Seite. Die einen wollen den Titel (Bender, Speck) verteidigen. Die anderen wollen ihn zurück erobern ("Denis G. Watt" (A) / Boris Schimanski) und es bleiben die Challenger (Gruhn-Motorsport und 3 Lamborghini-Teams aus Österreich und Deutschland) - es wird spannend.

(HTS)

 Bender C07

Foto: autosport.at - Dirk Hartung - Bender vor dem Start zur Titelentscheidung 2020 in Brno (CZ)