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MC-Heilbronn
 
 
Benzingespräche mit Zweiradhelden von damals

Tag des historischen Geländesports des Motorsportclubs Heilbronn mit 200 Besuchern aus ganz Deutschland

In der Erlenbacher Sulmtalhalle liegt ein Duft von Leder, Öl und Benzin: Fast 40 historische Solomaschinen und Gespannen haben die mehr als 200 Veteranenfreunde aus ganz Deutschland zum Tag des historischen Geländesports beim Motorsportclub Heilbronn nach Erlenbach gebracht. Organisator Klaus Häberle strahlt wie kein zweiter an diesem Festtag der Fangemeinde.

Die meisten Maschinen sind - wie alle heimischen NSU-Modelle - in der damaligen Standardfarbe schwarz lackiert. Viele haben mit ihren Fahrern unzählige Gold,- Silber-, und Bronzemedaillen sowie Siege und Meisterschaften herausgefahren.

Aber nicht nur die Maschinen lassen die Erinnerungen wach werden: Drei der bekanntesteAusstellungstücke bei Tag des historischen Geländesports 2007 vom Motorsportclub Heilbronnn und erfolgreichsten Fahrer aus der Region plaudern aus dem Nähkästchen: Manfred Frey und Werner Sautter, beide inzwischen 78 Jahre alt, und Josef Kelle mit 82 Lenzen auf dem Buckel sind gekommen. Die Altmeister berichten von den Strapazen der Gelände- und Sechs-Tages-Fahrten nach dem zweiten Weltkrieg. „400 Kilometer Etappen, immer auf sich selbst gestellt, bei Nebel, Wind, Regen oder sengender Sonne, jeder der ins Ziel kam, durfte sich als Sieger fühlen", so fasst Geländeenthusiast Klaus Häberle die Erzählungen zusammen.

Damals immer im Gepäck: Werkzeug, Ersatzteile, sowie viel Enthusiasmus und immenses Improvisationstalent.

Der Nürnberger Günter Sengfelder war einst bei Zündapp in der Sport- und Entwicklungsabteilung tätig. Für die Veranstaltung des Heilbronner Vereins hat der 70-Jährige sein riesiges Archiv über die legendäre Zeit geöffnet. Anschaulich, mit vielen Bildern und Filmmaterial unterlegt, erzählt er über die Fahrerlegende Ludwig „Wiggerl" Krauss. Dieser war das Allroundtalent in Sachen Motorräder schlechthin, sowohl im Gelände mit Gespannen wie auch bei Straßenrennen mit Solomaschinen und Seitenwagen. Von 1926 bis 1956 fuhr Wiggerl unzählige Siege heraus und war maßgeblich an der Neu- und Weiterentwicklung von BMW-Mo-torrädern beteiligt. „Hier können Männer noch beweisen, dass sie echte Männer sind", zitiert Günter Sengfelder aus der Ausschreibung zu einer schwierigen Gelände-Nachtfahrt.

Der Wüstenroter Josef Kelle erzählt von einen Kampf mit Krauss: „Der Wiggerl konnte nicht verstehen, dass ich mit meiner 250ccm NSU Max schneller war als er mit der 500ccm-BMW."

Ganz so schnell war die Veranstaltung noch zu Ende: Bis spät in die Nacht dauern die Benzingespräche zwischen ehemaligen und heutigen Aktiven und ganz normalen Geländesportfreunden.

Von VVilfried Ruoff

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für Abonenten der Heilbronner Stimme:   http://www.stimme.de/nachrichten/heilbronn/art1925,977559.html

 
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